Der Bund von Myranmar

Vor etwa 20 Jahren sahen die Königreiche des Nordens besorgt, wie sich das Farmionische Großreich im Süden Awarnors langsam aber sicher ausbreitete. Die Königin von Coranar, Asliet II, rief die Regenten der vier umliegenden Reiche Falkenfels, Veljar, Glenn und Halbor in ihre Hauptstadt Myranmar, wo an der legendären Ulmentafel der Frieden und Bund von Myranmar geschlossen wurde. Als Zeichen ihrer guten Absichten verzichtete Asliet auf ihren Thron in der Stadt, und Myranmar wurde zum eigenen Stadtstaat und Sitz des Bundesfürsten ausgerufen, der den gemeinsamen Handel und die Streitkräfte der Reiche kontrolliert sowie den Bund nach auÿen hin vertritt. Recht und Steuern bestimmen die Reiche nach wie vor selbst.
Nur Falkenfels weigerte sich, die Befehlsgewalt über seine Armeen aufzugeben, dafür schlossen sich vor kurzem die östlichen Reiche Ujtgor und Alondar an.

Veljar, Myranmar, Coranar, Glenn, Halbor und Ujtgor

Die westlichen Länder des Bundes zeichnen sich durch ein recht mildes Klima aus, da die Westwinde aus Gulonien vom erstaunlich warmen Gulonischen Golf viel Wasser herbeitragen. Entsprechend reich sind die Ernten in den fruchtbaren Kulturlandschaften voller Obsthaine und Weinberge, die das Landschaftsbild prägen. Vor allem an den Flüssen blühen zahlreiche Städte, die seit der Lockerung der Grenzen und Zölle regen Handel entlang der Wasserstraÿen und bis in die entlegendsten Ecken Awarnors betreiben. Gerade die Küstenstädte bieten deswegen auch leider ein Ziel für Andergarder Piraten, die auch nicht davor scheuen, Händler auf offener See zu überfallen.
Im Westen Myranmars blühen dank der Städte auch Kultur und Wissenschaft. Nauheim in Coranar beherbergt gar eine groÿe von Magiern geleitete Akademie, deren Bibliotheken manchem als größter Wissenshort Awarnors gelten.
Die Bewohner sind für Awarnorer Maßstäbe gebildet und weltoffen, neigen jedoch auch entsprechend ein wenig zur Überheblichkeit und einem schnellen Mundwerk.

Alandor

Alondar ist das östlichste Land im Bunde von Myranmar. Landschaftlich gesehen stellt es primär eine Fortführung der ostfarmionischen Steppen dar, weit und relativ karg bewachsen. Im Westen des Landes finden sich jedoch auch fruchtbare Auen und gelegentlich Wälder.
Bei der Bevölkerung Alondars handelt es sich um eine Mischkultur, denn man findet vielerlei Einflüsse aus den benachbarten Ländern. So benutzt man etwa eine leicht abgeänderte Form des wanagardschen Runenalphabets. Da es sich um ein Binnenland handelt, verfügt das Land über keinerlei Seefahrt. Stattdessen hat Reiten eine lange Tradition, und die alondischen Pferde gehören zu den besten des gesamten Kontinents. Konikte entstanden in den meisten Fällen mit dem angrenzenden Norgrimal, dessen Barbaren in der Geschichte oft in das Land eingefallen sind. Der typische Alonder trägt ein großes Maß an Stolz in sich, sowohl für sich als auch für seine Kultur. Er steht mit ganzer Seele hinter seinem Volk, und eine offene Beleidigung desselben wird er in der Regel nicht dulden.
Verglichen mit anderen Ländern Awanors kennt man in Alondar relativ wenige Götter. Unterschieden wird einmal zwischen den Göttern der Zeit und den Göttern der Elemente. Bei den Göttern der Zeit handelt es sich um Karda (steht für den Anfang) und Mantorok (steht für das Ende), die für den Weltenfluss verantwortlich sind, indem permanent Kraft von erstem auf letzteren übergeht. Bei den Göttern der Elemente handelt es sich um die drei Primärkräfte, die den Zustand der Welt beeinflussen, namentlich Chatthurgha (Feuer), Ulyath (Wasser) und Xel'Lotath (Natur). Alle diese Götter sind jedoch eher übergeordnete Entitäten, die keinen direkten Einuss auf den Einzelnen ausüben. Daher werden sie auch meist nicht direkt angebetet. Stattdessen gilt das Hauptaugenmerk den sogenannten Ahnen. Dies sind besonders herausragende Angehörige des eigenen Volkes, die vor langer Zeit lebten. Ihrem Beispiel, speziell ihren Lehren und ihrer Tugendhaftigkeit, wird nachgeeifert, sie bestimmen das Leben der Menschen in großem Maße.
Vier dieser Ahnen haben heute noch anerkannte Nachfahren, und diese Familien stellen das alondische Pendant zum Adel dar. Mehr oder weniger formell herrschen diese über einzelne Teile des Landes, auch wenn der König immer den Oberbefehl hat. Es gibt die Nachkommen des Kaldur (Weisheit), der Seras (Mut), des Vandradur (Kraft) und des Zelos (Ehre), die traditionell den König stellen. Die Oberhäupter dieser Familien treffen sich regelmäßig, um sich zu beraten. Geburtsrecht spielt in Alondar eine wichtige Rolle, und so werden die wenigen Priester, die es gibt, danach ausgewählt, dass sie an bestimmten, vorher von den anderen Priestern vorausgesagten Tagen geboren wurden. Dahinter verbirgt sich nicht nur die Anerkennung des Schicksals, sondern auch der Gedanke, als Volk so zu leben, dass jeder in der Lage wäre, solch eine Verantwortung zu tragen.